2011 war für SIMONA ein erfolgreiches Jahr. Es wurden der höchste Umsatz der
Unternehmensgeschichte und ein gutes Ergebnis erzielt. Die drastischen Umsatzeinbrüche durch die
Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 konnten innerhalb von zwei Jahren wieder mehr als wettgemacht
werden, wenn auch Preiseffekte eine Rolle gespielt haben. Der Aufsichtsrat ist mit den Ergebnissen
des Geschäftsjahres 2011 insgesamt sehr zufrieden. Erfreulich ist insbesondere das deutlich
verbesserte Ergebnis, trotz der in der ersten Jahreshälfte weiter gestiegenen Rohstoffpreise und
einer vor allem im letzten Quartal deutlich eingetrübten Konjunktur. Die positive Entwicklung ist
auch den Anfang 2011 von Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam beschlossenen Maßnahmen zu verdanken,
die auf eine Sicherung des operativen Ergebnisses zielten. So wurde am Ziel, profitabel zu wachsen,
konsequent gearbeitet und es wurden deutliche Effizienzverbesserungen in wichtigen Prozessen – zum
Beispiel im unternehmensweiten Projekt zur Verbesserung der Supply Chain „Schneller. Besser.
SIMONA!“ – erzielt.
Die Ziele von SIMONA für das Jahr 2012 sind ehrgeizig, aber erreichbar. Die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen haben sich durch die Staatsschuldenkrise deutlich verschlechtert. Dennoch bietet
der Markt für Kunststoffanwendungen weltweit hohes Wachstumspotenzial. SIMONA hat mit der
Fokussierung auf Anwendungen in Sicherheit und Umwelt und mit dem konsequenten
Internationalisierungskurs die richtigen Weichen gestellt, um an diesem Wachstum teilzuhaben.
Zusammenarbeit mit dem Vorstand
Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr 2011 die ihm nach Gesetz und Satzung
obliegenden Aufgaben wahrgenommen, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten
und seine Geschäftsführung überprüft und überwacht. Er unterzog auch das Risikomanagement und die
Compliance einer Überprüfung und ist der Auffassung, dass diese den Anforderungen in vollem Umfang
entsprechen. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich über die strategische Ausrichtung des
Unternehmens abgestimmt und in regelmäßigen Abständen den Stand der Strategieumsetzung erörtert. In
alle Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren, war der
Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat in schriftlichen
und mündlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und umfassend. Die Berichte behandelten vor allem die
Planung, die Geschäftsentwicklung und -lage der SIMONA AG und ihrer Tochtergesellschaften,
einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements, der Compliance sowie Geschäfte von besonderer
Bedeutung für das Unternehmen. Der Vorstand ging dabei auch auf Abweichungen des Geschäftsverlaufs
von den aufgestellten Plänen ein und erläuterte die Abweichungen sowie Korrekturmaßnahmen.
Gegenstand und Umfang der Berichterstattung des Vorstandes entsprechen den vom Aufsichtsrat
gestellten Anforderungen. Neben den Berichten ließ sich der Aufsichtsrat vom Vorstand ergänzende
Informationen erteilen. Insbesondere stand der Vorstand in den Sitzungen des Aufsichtsrates zur
Erörterung und zur Beantwortung der vom Aufsichtsrat gestellten Fragen zur Verfügung. Geschäfte,
die der Zustimmung des Aufsichtsrates bedürfen, wurden mit dem Vorstand erörtert und eingehend
geprüft, wobei regelmäßig der Nutzen und die Auswirkungen des jeweiligen Geschäfts im Mittelpunkt
standen.
Der Aufsichtsratsvorsitzende wurde auch zwischen den Sitzungsterminen des Aufsichtsrates und
seiner Ausschüsse ausführlich informiert. So wurden die Strategie, die aktuelle
Geschäftsentwicklung und -lage und das Risikomanagement der SIMONA sowie wesentliche Einzelthemen
und Entscheidungen in regelmäßigen Gesprächen zwischen dem Vorstandsvorsitzenden und dem
Vorsitzenden des Aufsichtsrates erörtert. Darüber hinaus hat der Aufsichtsratsvorsitzende auch mit
den weiteren Vorstandsmitgliedern fachbezogene Einzelgespräche geführt. Über wichtige Ereignisse,
die von wesentlicher Bedeutung für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung
der SIMONA waren, wurde der Vorsitzende des Aufsichtsrates unverzüglich durch den
Vorstandsvorsitzenden informiert. Der Aufsichtsrat setzte sich auch mit der Umsetzung des Deutschen
Corporate Governance Kodex im Unternehmen auseinander und leitete – soweit erforderlich – gemeinsam
mit dem Vorstand Schritte zur Erfüllung neuer Vorschriften ein. Der Aufsichtsrat stimmt nicht allen
im Corporate Governance Kodex formulierten Forderungen zu. Die Abweichungen sind in der
aktualisierten Entsprechenserklärung gem. § 161 Aktiengesetz vom 09. März 2012 den Aktionären auf
der Internetseite unserer Gesellschaft sowie im Corporate Governance Bericht zugänglich gemacht und
begründet worden.
Sitzungen des Aufsichtsrates
Der Aufsichtsrat tagte 2011 in vier ordentlichen Sitzungen. In der Sitzung am 10. März 2011
informierte sich der Aufsichtsrat über den Bericht des Vorstandes zum Geschäftsjahr 2010 und die
aktuelle wirtschaftliche Situation. Er ließ sich darüber hinaus einen Ausblick auf die zu
erwartende Entwicklung 2011 geben. Weitere Schwerpunktthemen waren die Entwicklung in den
Auslandswerken in Hazelton (USA), Jiangmen (China) und Litvinov (Tschechien). Darüber hinaus
informierte sich der Aufsichtsrat über die laufende Umsatzsteuerprüfung.
In seiner Sitzung am 28. April 2011 beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit dem
Konzernabschluss, dem Jahresabschluss der AG sowie dem Konzernlagebericht und dem Lagebericht der
SIMONA AG für das Geschäftsjahr 2010, dem Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des im
Geschäftsjahr 2010 erzielten Bilanzgewinns, dem Bericht des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr
2010 und mit dem Ergebnis der von der Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,
durchgeführten Abschlussprüfung. An der Sitzung nahm der Abschlussprüfer teil und berichtete
eingehend über die Prüfungsergebnisse. Dabei konnte sich der Aufsichtsrat davon überzeugen, dass
die Prüfung ordnungsgemäß erfolgt war. Der Aufsichtsrat erteilte in der Sitzung dem Ergebnis der
Abschlussprüfung seine Zustimmung. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhob der
Aufsichtsrat keine Einwände gegen den Jahresabschluss der AG und den Konzernabschluss sowie den
Lagebericht und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2010 und billigte die Abschlüsse. Dem
Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes schloss er sich nach dessen Prüfung an. Darüber hinaus
verabschiedete der Aufsichtsrat in dieser Sitzung die Tagesordnung für die Hauptversammlung 2011
und den Bericht des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2010. Er informierte sich weiterhin über
den Verlauf des ersten Quartals 2011 und die Ergebnissituation. Weitere Tagesordnungspunkte waren
die Neuordnung der betrieblichen Altersversorgung, die Geschäftsstrategie auf dem
nordamerikanischen Markt, Pläne zur Erweiterung des Werkes in China sowie diverse
Entwicklungsprojekte.
In der Aufsichtsratssitzung vom 11. August 2011 informierte sich der Aufsichtsrat vor Ort
über den Ausbau und die Entwicklung des Standortes in Litvinov (Tschechien). In dieser Sitzung
berichtete der Vorstand über den Geschäftsverlauf des ersten Halbjahres 2011. Darüber hinaus
informierte sich der Aufsichtsrat detailliert über das Ergebnis des ersten Halbjahres der
Tochtergesellschaft SIMONA AMERICA Inc. sowie über die voraussichtliche Entwicklung im Gesamtjahr
2011. Des Weiteren diskutierte der Aufsichtsrat die Ergebnisse eines operativen Audits im Werk in
den USA und die Ergebnisse einer Marktstudie für den nordamerikanischen Markt sowie das daraus
abzuleitende weitere Vorgehen. Auf der Tagesordnung dieser Sitzung standen weiterhin das
Halbjahresergebnis im Werk in Jiangmen (China) inklusive Ausblick sowie der dort geplante
Erweiterungsbau. Des Weiteren informierte sich der Aufsichtsrat über die Weiterentwicklung der
Zusammenarbeit mit einem asiatischen Key-Account. In dieser Sitzung diskutierte der Aufsichtsrat
außerdem die Neuordnung der betrieblichen Altersversorgung.
In der Sitzung vom 01. Dezember 2011 informierte sich der Aufsichtsrat über den
Geschäftsverlauf im dritten Quartal und diskutierte Chancen und Risiken aktueller
Marktentwicklungen. Des Weiteren diskutierte und verabschiedete der Aufsichtsrat das Budget und die
Investitionsplanung für 2012. Weitere Schwer-punktthemen waren die operative Stabilität im Werk in
den USA sowie eine mögliche Akquisition in Nordamerika und ein Statusbericht zur Entwicklung und
zum Ausbau des Werkes in China. Außerdem informierte sich der Aufsichtsrat über den geplanten
Ausbau des Technikums am Standort Kirn sowie über den Status zur Neuordnung der betrieblichen
Altersversorgung.
Die Arbeit in den Ausschüssen
Wirtschafts- und Personalausschuss unterstützen den Aufsichtsrat. Sie informieren den
Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über ihre Arbeit. Der Wirtschaftsausschuss (Audit Committee)
befasst sich schwerpunktmäßig mit Fragen der Rechnungslegung und Abschlussprüfung, dem
Risikomanagement und Akquisitionen. Der Personalausschuss beschäftigt sich insbesondere mit Fragen
der Vergütung sowie dem Abschluss, der Änderung und Aufhebung der Anstellungsverträge der
Mitglieder des Vorstandes.
Der Wirtschaftsausschuss hat 2011 in 4 Sitzungen getagt. Schwerpunkte seiner Arbeit waren die
organisatorische Weiterentwicklung des Unternehmens, die Umsetzung des in 2009 gestarteten
unternehmensweiten Projekts zur Optimierung der Supply Chain, die wirtschaftliche Situation,
insbesondere in Frankreich und den USA, der Businessplan für den nordamerikanischen Markt sowie die
Prüfungsschwerpunkte der Jahresabschlussprüfung. Der Wirtschaftsausschuss prüfte auch die
Halbjahres- und Quartalsergebnisse und bereitete den Vorschlag des Aufsichtsrates zur Wahl des
Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2011 an die Hauptversammlung vor.
Der Personalausschuss hat 2011 ebenfalls in 4 Sitzungen getagt. Er befasste sich insbesondere
mit der strategischen Personalplanung des SIMONA Konzerns sowie der organisatorischen
Weiterentwicklung und der Besetzung des Managements in der nordamerikanischen Tochtergesellschaft.
Der Personalausschuss hat beschlossen, den Vertrag des Vorstandsmitglieds Detlef Becker nicht zu
verlängern, und diskutierte die personelle Ergänzung des Vorstands.
Jahres- und Konzernabschluss
Die Rechnungslegung der SIMONA AG wurde im Geschäftsjahr 2011 durch die Ernst &
Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt, geprüft, die von der Hauptversammlung am
01. Juli 2011 zum Abschlussprüfer gewählt worden war. Bevor der Aufsichtsrat der Hauptversammlung
die Ernst & Young GmbH als Abschlussprüfer vorschlug, hatte die Ernst & Young GmbH
gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden bestätigt, dass keine Umstände bestehen, die ihre
Unabhängigkeit als Ab-schlussprüfer beeinträchtigen könnten. Die Ernst & Young GmbH hat den
Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den Lagebericht und den Konzernlagebericht unter
Einbeziehung der Buchführung geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen.
Allen Mitgliedern des Wirtschaftsaus-schusses und des Aufsichtsrates wurden die genannten
Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte der Ernst & Young GmbH sowie der Vorschlag des
Vorstandes zur Verwendung des Bilanzgewinns rechtzeitig zugesandt.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ihr hoher
Einsatz war Basis für die positive Entwicklung bei Umsatz und Ergebnis im Geschäftsjahr 2011. Allen
Kunden und Partnern dankt der Aufsichtsrat für die gute Zusammenarbeit und das hohe Vertrauen in
SIMONA.
Kirn, 19. April 2012
Der Aufsichtsrat
Hans-Werner Marx, Vorsitzender